Case Study

Echtzeit-Plattform für Lade- und Mobilitätsdaten eines globalen Automobilherstellers

Durch die Vernetzung fragmentierter Systeme und Datenströme haben wir ein nahtloses Ladeerlebnis geschaffen. Das Ergebnis: Die Reichweitenangst gehört der Vergangenheit an, und das Vertrauen der Fahrer in die Elektromobilität wird nachhaltig gestärkt.

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Das Projekt auf einen Blick

Ein System, das die Komplexität von Echtzeit-Lade- und Mobilitätsdaten im Hintergrund bewältigt, damit sich der Fahrer voll und ganz auf die Straße konzentrieren kann.

Das Szenario

Steigende Erwartungen durch neues POI-Management erfüllen

Die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen (EV) nimmt rasant zu. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) werden E-Autos bis zum Jahr 2030 voraussichtlich über 40 Prozent aller Neuwagenverkäufe ausmachen, da sich die Erschwinglichkeit und die Infrastruktur in allen Märkten kontinuierlich verbessern. Doch beim Umstieg auf Elektroautos geht es nicht nur darum, Kraftstoff durch Batterien zu ersetzen; es geht darum, ein intelligenteres, reibungsloseres Fahrerlebnis zu schaffen. Eines, bei dem Standortdaten so wichtig werden wie früher das Benzin.

Autofahrer erwarten heute, dass ihr Fahrzeug jederzeit den Standort der nächsten verfügbaren Ladestation oder eines freien Parkplatzes kennt – und sie erwarten, dass diese Informationen präzise, sofort verfügbar und zuverlässig sind. Um diese Erwartungen zu erfüllen, initiierte die Software-Abteilung eines großen Automobilkonzerns die Modernisierung ihrer Plattform für Point of Interest (POI)-Management. Diese Plattform stellt Navigations- und Ladedienste für eine vielfältige, markenübergreifende Fahrzeugflotte bereit. Zur Unterstützung dieses Vorhabens arbeitete die Abteilung mit Concept Reply zusammen, dem spezialisierten IoT- und Digital-Mobility-Unternehmen innerhalb der Reply Gruppe.

Die Herausforderung

Die Latenzbarriere durchbrechen

Für Fahrer von Elektrofahrzeugen ist die Genauigkeit der Daten das Fundament für das Vertrauen in die Marke. Denn „Reichweitenangst“ ist oft ein Datenproblem: Wenn Informationen über die Verfügbarkeit von Ladeplätzen oder Parkhäusern auch nur wenige Minuten verzögert oder ungenau sind, werden sie wertlos. Unser Kunde sah sich direkt mit dieser Herausforderung konfrontiert, da er ein fragmentiertes System nutzte. Deshalb machte sich die Software-Abteilung daran, ein Flickwerk aus dynamischen POI-Daten verschiedener Anbieter in eine einheitliche, zuverlässige „Source of Truth“ für vernetzte Fahrzeuge zu verwandeln.

Die bestehende Infrastruktur basierte auf periodischem „Polling“: ein reaktives Modell, bei dem das Fahrzeug in festen Intervallen Updates anfordert und so oft Echtzeit-Änderungen verpasst. Die Transformation von fragmentierten Daten zu Echtzeit-Erkenntnissen musste die Anforderungen mehrerer Fahrzeugmarken und interner Teams innerhalb eines großen Automobilkonzerns erfüllen. Dabei galt es sicherzustellen, dass die Plattform robust, sicher und flexibel genug bleibt, um sowohl die heutigen Mobilitätserwartungen zu erfüllen als auch künftige Innovationen zu unterstützen. Die Umsetzung bedeutete, eine komplexe Mischung aus geschäftlichen und technischen Herausforderungen zu meistern.

Die Lösung

Eine Plattform für das, was als Nächstes kommt: Proaktive Echtzeit-Mobilität

Gemeinsam modernisierten der Kunde und Concept Reply die POI-Plattform, die ursprünglich auf periodischem Polling basierte und bereits durchschnittlich 100 Millionen Anfragen pro Tag verarbeitete. Entstanden ist eine cloudnative, containerisierte Architektur, Diese unterstützt die zuverlässige Auslieferung dynamischer POI-Daten mit geringer Latenz an Millionen vernetzter Fahrzeuge einer vielfältigen, markenübergreifenden Flotte.

Das Herzstück bildet eine schlanke, gRPC-basierte Microservice-Ebene, die Backend-Dienste und Fahrzeuge effizient miteinander verbindet. Dies ermöglicht den Wechsel von intervallbasierten Updates hin zu Echtzeit-Streaming für ein reaktionsschnelleres Erlebnis im Fahrzeug. Die Lösung ist auf Hochverfügbarkeit und einfache Skalierbarkeit ausgelegt, unterstützt durch DevOps-Praktiken und CI/CD-Pipelines, die Implementierungen rationalisieren, die Qualität sichern und kontinuierliche Innovationen beschleunigen.

Die Technologie dahinter

Engineering für Höchstleistung

Um die für ein Premium-Fahrerlebnis erforderliche Reaktionsfähigkeit in Beinahe-Echtzeit zu erreichen – mit sofortigen Updates zu Ladevorgängen, Parkplätzen und Kraftstoffänderungen ohne Verzögerung –, implementierte das Team einen leistungsstarken Kommunikations-Stack:

gRPC-Framework

gRPC wird für eine schnelle Kommunikation mit geringer Latenz zwischen Microservices eingesetzt, damit das Backend Millionen gleichzeitiger Fahrzeugverbindungen zuverlässig verarbeiten kann. Da es Daten in einem hochoptimierten Format überträgt, reduziert es den Netzwerk-Overhead und die Serverlast, was schnellere Antworten und eine effizientere Echtzeit-Datenbereitstellung in großem Maßstab ermöglicht. Die gRPC-basierte Plattform unterstützt verschiedene Wege zur Bereitstellung dynamischer Lade-, Park- und Kraftstoffdaten, die auf jedes Fahrszenario zugeschnitten sind:

Protocol Buffers (Protobuf)

Die Verwendung einer kompakten binären Codierung wie Protocol Buffers anstelle herkömmlicher textbasierter Formate (wie JSON) reduziert die Datenlast erheblich. Das bedeutet eine schnellere Übertragung und weniger Rechenaufwand für den Bordcomputer des Fahrzeugs. Gleichzeitig wird der Ressourcenverbrauch durch die Optimierung von Bandbreite, Speicher und CPU-Auslastung minimiert – ideal für die Bereitstellung von Echtzeitdaten selbst bei begrenzten Systemkapazitäten.

Das Ergebnis

Das Premium-Erlebnis optimieren

Das Ergebnis ist ein entspannteres, intuitiveres Fahrerlebnis, das den Fahrer mental entlastet.

Concept Reply ist innerhalb der Reply Gruppe auf die Entwicklung von KI- und IoT-Technologien (AIoT) spezialisiert. Die Experten setzen End-to-End-Lösungen für die Transformation von Unternehmen in den Bereichen Automobilindustrie, Fertigung und intelligente Infrastruktur um. Concept Reply liefert seinen Kunden Software-Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Definition der AIoT-Strategie über die Implementierung und Einführung bis hin zum Betrieb.