Ein neuer Weg, um Zahlungen über Smart-Home-Geräte abzuwickeln

Marco Loro

Einfachere und sichere Transaktionen dank Token-Nutzung

Alltagsgeräte, die selbstständig einkaufen

Die Waschmaschine erkennt, dass der Filter gewechselt werden muss, bestellt diesen und kauft ihn online. Der Zähler erfasst in Echtzeit die Energie, die er benötigt, um Verbrauchsspitzen zu verwalten und um eine Abschaltung zu verhindern. Das vernetzte Auto, das beim Parken auf einem geolokalisierten Parkplatz „versteht“, dass der Benutzer eine Zahlung veranlassen will. Alltagsgeräte, die selbstständig einkaufen: Das ist die neueste Herausforderung des IoT in Bezug auf Zahlungssysteme.

Es ist nicht mehr der Verbraucher, der die Zahlung mit digitalen Geräten veranlasst, sondern das Gerät versteht den Kontext und bezahlt den Dienst, um ihn dann direkt auszuführen. Pay Reply plant und entwickelt zusammen mit einem Team von Payment Architects digitale Zahlungslösungen, bei denen nicht mehr Menschen den Kauf durchführen, sondern „intelligente“ Geräte.

Unsichtbare Zahlungen

In naher Zukunft kann alles automatisch von den Geräten gehandhabt werden, sodass man von der „One Click Experience“, bei der in jedem Fall ein Abonnement eines Online-Dienstes und die Interaktion des Verbrauchers benötigt werden, zum „Invisible Payment“ gelangt, welches den Zahlungsprozess vereinfacht, indem die intelligenten Geräte an unserer Stelle die Einkäufe tätigen.

Eine Revolution, die auch auf Wearables, Mobilität und Smart-City-Dienste angewendet werden kann, wie zum Beispiel E-Bike-Dienste oder In-Store-Zahlungen. So muss man beispielsweise im Supermarkt nicht mehr an der Kasse bezahlen, da die künstliche Intelligenz die Artikel erkennt und sie auf den virtuellen Einkaufskorb im Profil des Benutzers anrechnet.

Tokens, sicherer als Karten

Die Zahlung durch vernetzte intelligente Geräte wird durch die Nutzung von Tokens ermöglicht: Innerhalb des Geräts wird ein „Sicherheitscode“ gespeichert, das Token, das direkt mit einer Zahlungskarte verbunden ist. Wenn das Gerät eine Zahlung ausführen muss, nutzt es diesen Sicherheitscode, um den Kaufprozess auszulösen, der seine Zuverlässigkeit sicherstellt. Das hat zahlreiche Vorteile.

Bisher erfordern die Anmeldung und dann die Zahlung auf einer eCommerce-Seite mehrere Aktionen und Informationen vom Kunden und machen den Prozess damit kompliziert, sodass er oft abgebrochen wird. Darüber hinaus werden die Zahlungsdaten der Benutzer auf mehrere Plattformen verteilt (von denen des Einzelhändlers zu denen des Zahlungssystems), was höhere Datenschutzrisiken zur Folge hat.

Mit der Nutzung von Tokens können die Verbraucher den Lebenszyklus jedes ihrer Tokens verwalten, sie aufheben oder zeitlich begrenzen, indem sie zum Beispiel Ablaufdaten oder Betragsgrenzen festlegen. Wenn ein Token entwendet wird, kann es von Dritten nicht für wirtschaftliche Transaktionen genutzt werden. Die Tokenisierung ist auf Verbraucherseite bereits Realität und wird für kontaktloses Zahlen per Smartphone eingesetzt; nun müssen noch Dienstleistungsmodelle für das Internet der Dinge umgesetzt werden.

Das neue System bietet den Verbrauchern so ein besseres Management ihrer Zahlungsmöglichkeiten und höhere Transparenz und Sicherheit. Die durch die Geräte getätigten Käufe können dem Verbraucher in Echtzeit über „Push“-Benachrichtigungen gemeldet und per App überwacht werden. So verlieren die Verbraucher nicht die Kontrolle, auch wenn die Zahlungen unsichtbar werden.