No-Code, Low-Code,
welcher Code?

Wie fast alles im Leben verändert sich auch die Programmierung ständig. So entwickeln sich die Methoden, wie Code geschrieben wird, laufend weiter. Der Code durchläuft zunehmend „No-Code“- oder „Low-Code“-Plattformen – mit einem Trend hin zur KI-gestützten Entwicklung. Sind Sie bereit, mehr zu erfahren?

Was ist mit „Low-Code“- oder „No-Code“-Entwicklung gemeint?

Die Begriffe können irreführend sein. Das liegt daran, dass sie sich nicht unbedingt darin unterscheiden, wie viel Code zur Lösung eines Problems erforderlich ist, sondern vielmehr darin, wer beteiligt ist und welchen Umfang das jeweilige Problem hat.

So findet man im Low-Code-Bereich professionelle Entwickler, erfahrene Systemintegratoren und Unternehmensarchitekten, die allesamt umfangreiche technische Fertigkeiten mitbringen. Bei Low-Code geht es darum, Integrationsaufgaben wiederzuverwenden, zu optimieren und zu vereinfachen, um Integrationsszenarien oder -anwendungen deQuickr Unternehmensklasse zu erlangen. Low-Code bedeutet mehr als Anwendungen ohne Code zu erstellen, wie die Plattform Mendix schildert.

Im „No-Code“-Bereich versuchen geschäftliche Benutzer, ein vergleichsweise einfaches Integrationsproblem zu lösen – das oft ein „Punkt-zu-Punkt“ oder einen trivialen Geschäftsprozess betrifft –, ohne dafür jegliche Kenntnisse in der Softwareentwicklung besitzen oder auch nur eine Zeile Code schreiben zu müssen. Dies ist das als Citizen Development bezeichnet Szenario der Entwicklung durch die Endbenutzer.

Aber hat dies wirklich einen geschäftlichen oder praktischen Nutzen?

Verallgemeinernd kann man sagen, dass No-Code-/Low-Code-Entwicklungsplattformen Ihnen die Erstellung von Software mithilfe grafischer Benutzeroberflächen (GUI) anstelle der üblichen Methoden für Computerprogrammierung und Coding erlauben. Es gibt unzählige Angebote für die Entwicklung von Anwendungen für Konzerne oder kleine Unternehmen. Sehen Sie sich Lösungen von Marktriesen wie Salesforce Lighting Platform, Microsoft Power Apps und Google App Maker an. Oder kleine Wettbewerber wie Zoho Creator, Appian und Kony Quantum.

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Besser noch, wenn Sie nach einer Lösung für die Entwicklung einer mobilen Anwendung suchen, gibt es eine lange Liste von No-Code-Lösungen wie AppSheet, BettyBlocks, Dropsource und QuickBase. Sind Sie bereit, Ihre erste Anwendung zu erstellen?

Ich brauche noch ein wenig Hilfe…

Ein neuer Trend beim Design von Websites – oder anderen auf Benutzeroberflächen basierten Systemen – ist das „Designing in Code“. Hierbei arbeiten die Designer, statt nicht interaktive Vorlagen zu generieren, direkt im Code, um schnell einfach änderbare, voll funktionierende Produkte zu erstellen. Bei diesem Ansatz kommen auch Verfahren zum Einsatz, die im Buch Atomic Design von Brad Frost geschildert werden.

Die Realität ist jedoch, dass nicht alle Designer auch Programmierer sind.

An dieser Stelle kommt die KI-gestützte Entwicklung ins Spiel, die Teile der Arbeit des Designers in „Code“ umwandelt. Im Oktober 2018 hat Gartner seine „Top 10 Strategic Technology Trends for 2019“ veröffentlicht. An dritter Stelle auf dieser Liste stand die KI-gestützte Entwicklung mit ihrer Fähigkeit, nicht professionellen Entwicklern mithilfe KI-gestützter Tools die automatische Erstellung neuer Lösungen zu ermöglichen.

Meinen Sie damit einen selbstständig programmierenden Computer?

Richtig. Sie können bereits einfache Versionen hiervon bei Services zur Website-Einrichtung sehen, wie Wix oder das beeindruckende Beispiel Sketch2Code. Gewöhnlich erstellen mehrere Programmierer ihre Ideen oder Vorlagen auf Papier und beginnen dann mit dem Coding. Stellen Sie sich vor, Ihre Ideen könnten direkt von diesem Blatt Papier in Tausende Zeilen von Code umgesetzt werden. Services wie das bereits erwähnte Mendix ergänzen und verbessern Low-Code-Plattformen durch KI-gestützte Entwicklung. Der Glaube, dass „jedes Unternehmen ein Softwareunternehmen werden muss“, hat zu Software geführt, die Geschäftsexperten und professionelle Entwickler gleichermaßen unterstützt, mit Abstraktion, Automatisierung und intelligenter assistierter Entwicklung.

KI kann Entwicklern bereits bei der Durchführung vieler verschiedener Aufgaben helfen, darunter Codeanalyse, Bug-Fixing, Codeoptimierung, Codehinweise und, wie mit Sketch2Code, Codegenerierung. KI kann eine Programmiersprache „lernen“ und zu einem Assistenten für einen Entwickler werden. Beispielsweise haben Mozilla und Ubisoft gemeinsam einen KI-Assistenten namens Clever-Commit entwickelt, der beim Coding hilft.

In diesem Fall hilft KI also Nicht-Entwicklern bei der Entwicklung und beschleunigt außerdem die Arbeit professioneller Entwickler auf verschiedene Weise. Dazu gehört das Debugging – die KI nutzt einen Deep-Learning-Algorithmus, um Fehler anzuzeigen und den Debuggingprozess zu beschleunigen. Oder im Fall von H20.ai, TPOT – Data Science Assistant und Google AutoML, um das Training der Machine-Learning-Algorithmen zu beschleunigen. Wussten Sie, dass Google AutoML bereit an einem Kaggle-Wettbewerb teilgenommen hat?

Ist es also bald so weit, dass Computer andere Computer programmieren?

Allgemeines Coding ist nach wie vor weitgehend dem Menschen vorbehalten, während generierter Code nur für sehr einfache oder mechanische Aufgaben möglich ist. KI war aber sehr erfolgreich bei der Automatisierung Code-bezogener Aufgaben, wie Prüfung, Fehlerbehebung und Optimierung. AutoML ist nicht die ultimative Lösung für jedes Machine-Learning-Problem, aber es ist eine zeitsparende Möglichkeit, um die Entwicklung von Prototypen und Demos zu beschleunigen.

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